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Stil auf dem Platz: Golf und italienische Mode, vom Dresscode bis zum Clubhaus

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Poloshirt mit Kragen, lange Hose oder knielange Bermudas, lange Socken empfohlen: Am Acquasanta in Rom steht der Dresscode in den Platzregeln, und er verrät über einen Club mehr als manche Broschüre. Eine Geschichte über Regelwerke, eine in Florenz geborene Marke und ein futuristisches Clubhaus.

In Italien beginnt der Stil auf dem Platz mit einem Regelwerk. Man liest es auf den Websites der Clubs, oft in zwei Zeilen: was man tragen darf, was nicht. Hinter diesen Zeilen steht eine klare Vorstellung von Eleganz, maßvoller als auffällig, die wenig mit dem Laufsteg und viel mit der Golfetikette zu tun hat.

Der Dresscode als Grammatik des Clubs

Einer der präzisesten Texte stammt vom Circolo del Golf Roma Acquasanta. In den Platzregeln steht, dass Herren Polo und lange Hose oder knielange Bermudas tragen, lange Socken werden empfohlen; Damen tragen Polo, mit oder ohne Ärmel, und Hose, Bermudas oder Rock. Verboten sind Jeans, Trainingsanzüge, Leggings und Schuhe mit Metallspikes.

Der Golf Club Rapallo ist bei der Aufzählung der Verbote genauer: Bluejeans, Trainingsanzüge, nicht sportliche Shorts, T-Shirts, Trägershirts, Crocs, Flipflops und Pantoffeln. Der Golf Club San Donato verlangt das Poloshirt mit Kragen und schließt Jeans, Cargohosen, Hosen mit Kordelzug und Sandalen aus. Im Golf Club Castelconturbia sind laut Dresscode Trägershirts, ausgewaschene Jeans, Leggings und Trainingsanzüge ausgeschlossen.

Der Stil endet im Übrigen nicht mit dem letzten Loch. Im Golf Club Margara gelten die Regeln auch abseits des Platzes: In den Gemeinschaftsbereichen sind Badekleidung, nackter Oberkörper und Pantoffeln tabu, und abends tragen die Herren im Restaurant lange Hosen und geschlossene Schuhe. Nicht jeder Club ist so streng: Der Golf Club Il Colombaro in Salò schreibt, der Dresscode sei casual.

Florenz, wo sich italienisches Golf und Garderobe begegnen

Sucht man einen roten Faden zwischen Golf und italienischer Mode, führt er nach Florenz. Laut dem Circolo del Golf Ugolino kam das Golf 1889 nach Italien, als die britische Gemeinde der Stadt auf Grundstücken der Prinzessin Demidoff nördlich der Stadt einen 18-Loch-Platz anlegte. Die Florentiner Marke Conte of Florence erzählt dieselbe Geschichte mit anderer Topografie: Auf der Golfseite ihrer Website behauptet sie, das Golf sei in Italien, in Florenz, im Parco delle Cascine entstanden. Die beiden Versionen stimmen im genauen Ort nicht überein, wohl aber in der Stadt.

Nach Angaben des Unternehmens entstand die Marke 1952 in Florenz, unweit der Ponte Vecchio, mit der Eröffnung des ersten Geschäfts unter dem Namen Con.T.E.; die Gesellschaft Conte of Florence spa wurde am 21. Juli 1972 gegründet. Im Logo steht die Lilie, das Wahrzeichen von Florenz. Zum Golf schreibt die Marke, er sei „von jeher“ fester Bestandteil ihrer DNA, und die Golfkollektion sei, in ihren Worten, „ein einzigartiger Stil und eine Marke der Zugehörigkeit“.

Der Ugolino: Stil ist auch Architektur

Der Club, der aus jenem Florence Golf Club hervorging, der Circolo del Golf Ugolino, heute in den ersten Hügeln des Chianti, hat eine zweite Stilgeschichte zu erzählen, die der Architektur. Das Clubhaus ist laut Club ein Beispiel futuristischer und Art-déco-Architektur der Dreißigerjahre, ein Werk von Ghirardo Bosio, und steht unter Denkmalschutz der Soprintendenza. Geschützt ist auch das Schwimmbad von 25 mal 12,5 Metern mit Sprungbrett und Plattform, entworfen vom Ingenieur Pier Luigi Nervi. Von der Panoramaterrasse im zweiten Stock sieht man das Grün der 18.

Die Garderobe kauft man im Club

Dann gibt es den Proshop, den Ort, an dem der Stil eines Clubs zur Ware wird. Im Golf Club Menaggio & Cadenabbia verkauft der Proshop neben dem Clubhaus Bekleidung und Accessoires mit der Marke Menaggio & Cadenabbia Golf Club 1907, also mit dem Gründungsjahr gut sichtbar; der Golf Club Lanzo verkauft Produkte der wichtigsten Marken und auch Produkte mit der eigenen Marke Golf Lanzo. Im Golf Club Grado findet man im Geschäft Bekleidung, Schuhe und Accessoires.

Was man anzieht, ganz praktisch

Fasst man die Regelwerke der Clubs zusammen, hat eine italienische Golfgarderobe wenige feste Punkte:

  • Poloshirt mit Kragen, lange Hose oder knielange Bermudas für Herren; für Damen Polo oder Shirt, Hose, Bermudas oder Rock.
  • Keine Jeans, Trainingsanzüge, Leggings, Trägershirts oder T-Shirts in den strengeren Clubs.
  • Golfschuhe ohne Metallspikes, niemals Sandalen, Flipflops oder Crocs.
  • Für den Abend, wo verlangt, lange Hosen und geschlossene Schuhe.

Für Clubs, die kein Regelwerk veröffentlichen, gilt nur eine Regel: vor der Anreise im Sekretariat nachfragen.

Häufige Fragen

Welche Kleidung braucht man zum Golfspielen in Italien?+

Das hängt vom Club ab, aber am verbreitetsten sind Poloshirt mit Kragen und lange Hose oder knielange Bermudas, ohne Jeans, Trainingsanzüge und Leggings (so im Acquasanta, in Rapallo, in San Donato).

Kann man in Jeans spielen?+

In der Regel nicht: Jeans sind im Acquasanta, in Rapallo und in San Donato verboten; in Castelconturbia sind ausgewaschene Jeans ausgeschlossen.

Gibt es eine Florentiner Marke für Golfbekleidung?+

Ja: Conte of Florence, die nach Angaben des Unternehmens 1952 in Florenz entstand und das Golf als festen Bestandteil ihrer DNA betrachtet.

Wann kam das Golf nach Italien?+

Laut Circolo del Golf Ugolino 1889, mit der britischen Gemeinde von Florenz. Die Marke Conte of Florence, die den Ursprung in den Cascine ansiedelt, stimmt in der Stadt überein.

Was zieht man abends im Clubhaus an?+

Dort, wo die Regeln es vorsehen: Im Golf Club Margara etwa tragen die Herren zum Abendessen lange Hosen und geschlossene Schuhe.

Kann ich Bekleidung mit der Marke des Clubs kaufen?+

In mehreren Clubs ja: Der Proshop von Menaggio & Cadenabbia verkauft Kleidung mit der Marke des Clubs und dem Gründungsjahr 1907, der des Golf Club Lanzo Produkte mit der Marke Golf Lanzo.

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